Meine Farbmauszucht - Der Anfang und meine Ziele

Der Anfang

Zu meine Biofuttermaus- und Liebhaber(Hobby)zucht kam ich eigentlich durch einen Zufall. Eine Freundin von mir musste ihre Farbmauszucht aus gesundheitlichen Gründen reduzieren und somit auch einige Zuchttiere abgeben. Zur selben Zeit etwa, nach jahrelanger Überlegung und reichlicher Information sammeln, entschloss ich mich für die Schlangenhaltung. Mein Traum war es immer in einem Zoo zu arbeiten, was ich aber wegen gesundheitlichen Einschränkungen nicht verfolgen konnte. Dennoch habe ich mich von dem Beruf Tierpflegerin nicht abbringen lassen. In 1999 schloss ich erfolgreich meine dreijährige Ausbildung als "Haus- und Versuchstierpflegerin" ab (Anm.: Damals hieß dieser Beruf noch so, wurde aber ein Jahr nach meiner Ausbildung in Haustierpfleger und Versuchstierpfleger getrennt.). Ich arbeitete noch bis 2005 in einem Tierheim, leider musste ich wegen Allergie dort aufhören

Seit 2000 interessiere ich mich für das Hobby Terraristik. Angefangen habe ich mit Dendrobaten und Geckos, später kamen noch  Mantiden und Stummelschwanz-Chamäleons hinzu. Da ich öfters bereits auf Terraristikbörsen war und dort mit ansehen mußte wie die (oft ingezüchteten) Futtermäuse lieblos, wie leblose Ware, behandelt wurden, war mir klar, das ich so etwas nicht unterstützen möchte, kam ich auf die Idee meine Futtermäuse selbst zu züchten, wenn ich gesunde, kräftige, vitale und nicht übermäßig ingezüchtete Mäuse erhalten möchte, die auch noch artgerecht gehalten worden sind. Durch meine Ausbildung als Tierpflegerin sind mir Genetik und die negativen Auswirkungen von Inzucht nicht fremd, da meine Ausbildung dieses Themen beinhaltete (Anm.: Wegen den "Versuchstierpflegern"). Erfahrung in der Genetik habe ich ebenfalls dadurch sammeln können, da ich fast 8 jahrelang in kleineren Rahmen Farbzucht bei Schau-Zebrafinken ausgeübt habe. Da habe ich bereits nach vorhandenen Platz gezüchtet, und folge ebenfalls in meiner Farbmauszucht nach diese Richtlinie.

Bei meiner Recherche im Internet, nach anderen Mäusezüchter bin ich dann auf die Seite von Projekt-Biomaus gestoßen, und fand die Idee sehr gut und anregend. Auch ich möchte meine Futtermäusen eine höhere Lebensqualität, artgerechte und ausgewogene Ernährung bieten. Durch mein erworbenes Wissen in der Genetik, möchte ich so eine planlose Vermehrung von Tieren (Inzucht, Erbkrankheiten) verhindern. Den es gibt da viel zu beachten, näheres können Sie unter "Genetik" und den Unterpunkten dort nach lesen.

 

Meine Farbmaus-Zucht Besteht seit:

August 2008

 

Zuchtziele

Gesunde, typvolle, charakterfeste, langlebige und artgerecht gehaltene Futter- und Liebhabermäuse vom Showtyp, ohne übertrieben große Ohren mit einem Gewicht zwischen 45 und 80g. Die Proportionen müssen einfach harmonieren.

 

Zuchtfarben

Hauptfarben: Black (in Self, seltener mal gescheckt), Siam Seal Point (sehr dunkle Tiere) und Colorpointed Beige.

Nebenfarben: Chocolate, Champagner Tan.

Fellart: Nur in Kurzhaar, gelegenlich auch mal in Satin und Rossette.

 

Ernährung

Als Hauptfutter füttere ich zur Zeit eine eigene zusammengesetzte Mischung. Die enthält viele verschiedene Körner und Grassamen, Wildsamen, andere Kleinsämereien, Kräuter, Gemüse und tierisches Eiweiß. Zusätzlich mische ich ab und zu und im Wechsel mal Haferflocken, Hafer (ganz), Dinkel, weiße Sonnenblumenkerne, Garammus, kleine Süsswassergarnelen, verschiedene Hirsesorten und/oder Wellensittichfutter unter. Zusätzlich bekommen tragende und säugende Mäuse Mehlwürmer, Grillen, Hunde- oder Katzentrockenfutter. Gelegentlich bekommen die Tiere mal Hirsekolben, Knabberstangen oder Löwenzahnwurzeln. Frisches Gemüse, aus dem Bio-Laden, reiche ich etwa alle 2 Tage. Heu, Baumwolleinstreu oder Safebed ist immer in den Gehegen vorhanden.

 

Die Zuchtmännchen

Erster Deckeinsatz nicht vorm 4. Lebens-Monat.
Männchen dürfen, solange sie gesundheitlich in der Lage sind und wollen, Decken.
Männchen werden im Normal Fall nicht zu oft in der Zucht eingesetzt, um eine Verarmung des genetischen Vielfalts zu minimieren.

 

Die Zuchtweibchen

Erste Deckung nicht vor vorm 4. Lebens-Monat.
Maximal 3 Würfe im Leben pro Weibchen, mit mindestens 6-8 Wochen Zuchtpause zwischen den Würfen, abhängig von der vorhergehende Wurfgröße.
Letzter Wurf findet spätestens zwischen dem 11. und 12. Lebensmonat statt.

 

Haltung

Zur Zeit halte ich die Tiere noch in mehrere 80er Aquarien und Boxen (60x40x35cm) jeweils für Muttertiere und ein weiteres Weibchen). Mein großes Gehege mit den Maßen 80bx180hx35t cm mußte ich nun nach 2-3 Jahren leider beim Umzug entsorgen, da es zu viele Schäden aufwies. Neue Gehegen sind bereits geplant und ich werde hier bald mit dem Bau beginnen. Als Streu benutze ich meist Tierwohl Super, Baumwolleinstreu, Safebed und/oder Heu. Eingerichtet sind die Becken mit Höhlen (Kokosnüssen, Ton oder Holz), Papp- oder Bambusröhren, Äste, Seilen und Laufräder. Einige Bilder meiner neuen und alten Unterbringen sind unter Nagerheime zu sehen.

 

Paarung

Ausgewählte Zuchttiere werden für 1-2 Nächte zusammen gesetzt. Seltener für 10-18 Tagen als Gruppe zusammengesetzt.

 

Aufzucht der Jungtiere

Aufzucht erfolgt von der Mutter mit 1-2 weiteren Weibchen. Männliches Nachwuchs werden spätestens am 27. Lebenstag von der Mutter getrennt und zu anderen Jung-Böckchen gesetzt.

 

Inzucht und Qualzucht

Enger Inzucht kommt bei meiner Zucht nicht vor, da ich immer darauf achte, das die Zuchttiere nicht zu nah mit einander verwandt sind (nach dem Prinzip der Rotationszucht). Zu den Qualzuchten gehören meiner Meinung nach Lockenmäuse, Langhaarmäuse, Angoramäuse, Nacktmäuse, schwanzlose und Ohr(muschel)lose Mäuse. Allerdings kann ich Langhaar-, Lockentiere bei meinen Nachwuchs, noch nicht ganz ausschliessen, da einige meiner Zucht-Tiere von Züchtern stammten, die (leider) diese Fellarten züchteten. Ich selber habe bisher schlechte Erfahrungen mit Halblanghaar gemacht, die sind nie sehr alt geworden und waren sehr Anfällig für Atemwegs- und Augenerkrankungen, deshalb züchte ich mit solchen Tieren nicht.

 

Welche Tiere werden bei mir verfüttert?

Überwiegend Männchen, bei auftauchen von Langhaar-, Halblanghaar-, Lockenmäuse oder andere sogenannte Qualzüchtungen in dem Fall dann Tiere beiderlei Geschlechts.