Genetik Einleitung
Die Genetik
Die Genetik oder Vererbungslehre ist ein umfangreiches Gebiet und sollte bei der Farbmauszucht an der obersten Stelle stehen, den hierunter fallen nicht nur die Farb-, Zeichnungs- und Fellgenetik, sondern auch andere erblich bedingte Krankheiten, wie z.B. Diabetes, Krebsanfälligkeit, Schädigung der Organe oder des Skelettes. Als Begründer der Vererbungslehre gilt Johann Gregor Mendel, seine Entdeckungen wurden lange Mendelsche Gesetze genannt, heute bezeichnet man sie eher als Mendelsche Regeln.
Bei der Farbmauszucht ist auch der Inzuchtkoeffizient zu beachten, im Gegensatz zum Ahnenverlustkoeffizienten misst er den wahren Inzuchtgrad eines Tieres. Es gibt mehrere Möglichkeiten den Inzuchtkoeffizient zu berechnen, die genauste und auch aufwendigste ist die Methode nach Wright:
FI = ∑(1/2)n1+n2+1*(1+FA(i))
n1 = Anzahl der Generationen von gemeinsame väterliche Ahnen
n2 = Anzahl der Generationen von gemeinsame mütterliche Ahnen
FA(i) = Inzuchtkoeffizient des gemeinsamen Ahnen
Und die Formel für den Ahnenverlustkoeffizienten (AVK) ist:
AVK = 1-Av/Am
Av = vorhandenen Ahnen
Am = mögliche Ahnen
Die Optimalwerte liegen beim: Inzuchtkoeffizient bei 0 und beim Ahnenverlustkoeffizienten bei 100. Bei Hunden sagt man, soll der IK bei einer Verpaarung unter 3 liegen, der AVK über 85.
Wer diese Berechnung zu kompliziert ist, so wie mir
bei der Inzuchtkoeffizient, dem kann ich das Programm FarbmausPro empfehlen. Es handelt sich um einen Shareware, mit Einschränkungen. Darin kann man sich Bequem den Inzuchtkoeffizient, den Ahnenverlust und die Blutanteil anzeigen lassen.Begriffe in der Genetik:
Allel
Ein Allel, aus dem griechischen allelon was einander oder gegenseitig bedeuten kann, nennt eine mögliche Ausprägung eines Gens, welches sich an einem bestimmten Abschnitt auf einem Chromosom befindet.
Chromosom
Chromosome, aus dem altgriechischen chroma für Farbe und soma für Körper, also Farbkörper, tragen die Gene und damit Erbinformationen eines Lebewesens. Chromosomen kommen in den Zellkernen der Zellen von Menschen, Tieren und Pflanzen vor.
Crossing over
Unter Crossing over versteht man ein Überkreuzung von Genen noch bei der Meiose (Reifeteilung im Mutterleib), und somit neu zusammengesetzt werden, hierbei können neue Farben entstehen.
Dominante Vererbung:
Dominant kommt aus dem lateinischen von dominus und bedeutet Herr oder beherrschend. Dominant bedeutet, das diese Gene nicht verdeckt sind, sie kommen optisch (phänotypisch) zum Vorschein, wie z.B. Fellart, -zeichnung oder -farbe. Hier reicht ein Gen eines der Eltern aus die Merkmale an ihren Nachkommen weiter zu geben. Bei doppelt dominant, vererbten Genen beider Eltern kann es bei Tieren (z.B. Farb-, Rennmäusen und Zwerghamster) zum Letalfaktor kommen! Dominante Gene werden in der Genetik durch große Buchstaben dargestellt.
Gen
Ein Gen ist ein Abschnitt auf der DNS. Gene werden allgemein daher als Erbanlage oder Erbfaktor bezeichnet, da sie die Träger von einer Erbinformation sind. Gene können spontan oder durch Fremdeinwirkung (gezielte Bestrahlung) sich verändern.
Genotyp
Der Genotyp ist die exakte genetische Ausstattung eines Lebewesens. Dies gilt für dominante, wie auch rezessive Gene.
Geschlechts gebundene Vererbung:
Manchmal liegen Gene, z.B. bei Zebrafinken, mit auf den Geschlechtschromosomen (X). Diese müssen beim XX-Träger doppelt, also reinerbig, vorhanden sein um in optisch in Erscheinung zu treten. Bei XY-Träger ist dieses Gen nur einmal vorhanden, diese Tiere können nicht Spalterbig sein. Entweder kommt die Farbe zum Vorschein oder nicht.
Heterozygot
Es besteht eine Mischerbigkeit (Spalterbigkeit) in Bezug auf ein genetisches Merkmal. (Gencode Beispiel: Aa Bb...)
Homozygot
Es besteht eine Reinerbigkeit in Bezug auf ein genetisches Merkmal. (Gencode Beispiel: aa bb ....)
Intermediären Erbgang
Der Begriff intermediär kommt aus dem lateinischen intermedius und bedeutet dazwischenliegend. Hierbei entsteht eine homogene Mischform beider Merkmale zwei verschiedener Gene. Bei manchen Tieren wird so eine Spalterbigkeit in Schecke angezeigt, durch einzelne weiße Federn oder Haare.
Inzucht
Unter Inzucht versteht man die Verpaarung möglichst nah verwandter Lebewesen. Dies wird gerne unter Laborbedingungen gemacht, da man dann möglichst, genetisch identische Tiere erhält, was nur für Versuchslabore von Interesse ist.
Inzuchtdepression
Als Inzuchtdepression bezeichnet man das Auftreten von gesundheitliche Veränderungen (z.B. Fruchtbarkeit, Kleinwuchs, steigende Krankheitsanfälligkeit) in einer Zucht, z.B. Championzucht bei Hunden oder in der Natur bei Aussterbende Arten mit zu geringer Population.
Inzuchtlinie
Eine Inzuchtlinie ist eine Zuchtlinie, die aus enger Inzucht (z.B. Bruder-Schwester-Verpaarung) nahezu reinerbige Nachkommen, entstanden ist.
Kodominanz
Kodominanz ist die Vererbung zweier dominanter Gene die beide zum Vorschein kommen.
Das Erscheinungsbild entsteht dabei nicht als homogene Mischform der beiden Merkmale, wie beim intermediären Erbgang, sondern die zugehörigen Merkmale werden unabhängig voneinander ausgeprägt, z.B. die "Superformen" bei der Königspython.
Letalfaktor
Letal bedeutet tödlich. Bei doppelt dominant vererbten Genen sind die Nachkommen nicht lebensfähig und kommen tot zur Welt oder sterben bereits im Mutterleib ab. In Deutschland sind Verpaarungen die ein Letalfaktor bei Kleintieren wie Hunden, Katzen, Kaninchen und Vögeln bewirken im Gutachten zum §11b des Tierschutzgesetzes mit einem Zuchtverbot belegt und gelten als Qualzucht!
Linienzucht
Als Linienzucht bezeichnet man den Grad der Verwandtschaft der Tiere, etwa das Verpaaren von Großmutter mit Enkelsohn, Nichte mit Onkel.
Vorteil: Vorhandene Merkmale, Wesen, Körperbau werden gefestigt.
Nachteil: Negative Eigenschaften, Krankheiten treten auf und werden ebenfalls gefestigt.
Locus
Locus stammt aus dem lateinischen und bedeutet Ort, Einzahl ist Loci. Der Loci ist der Ort an dem sich ein bestimmtes Gen auf dem Chromosom befindet. Der Locus sind die Orte an dem sich die Genpaare befinden. Eines vom Vater, eines von der Mutter.
Mutation
Eine Mutation, aus dem lateinische von mutatio was Veränderung oder Wechsel bedeutet, ist eine Veränderung der Erbinformation. Sie kann spontan oder durch Fremdeinwirkung (gezielte Bestrahlung) entstehen. Jede Veränderung in Farbe, Fellart oder Körperform ist eine Mutation. Inzucht kann ebenfalls Mutationen begünstigen oder rezessive Gene erst zum Vorschein bringen.
Phänotyp
Der Phänotyp ist das optische Erscheinungsbild eines Lebewesens und abhängig von einfach dominanter oder zweifach rezessiver Vererbung.
Rezessive Vererbung:
Rezessiv bedeutet in der Genetik „zurücktretend“ oder „nicht in Erscheinung tretend“. Dies bedeutet, das es nur optisch zum Vorschein kommen kann, wenn beide Elternteile, dieses Gen tragen und auch weiter geben, und nicht durch ein dominanten Gen überlagert wird. Rezessive Gene werden in der Genetik durch kleine Buchstaben dargestellt. Ein Tier mit nur einem rezessivem Gen wird als "Träger" des jeweiligen Gens oder als Spalterbig bezeichnet.










